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Geschichte

Der Evangelische Krankenpflegeverein Sulzgries im Wandel der Zeit

Die Ursprünge des Vereins (seit 2010 Miteinander- Füreinander e.V.) reichen bis in das Jahr 1903 zurück.Die erste Pflegestation im ehemaligen Gemeindehaus (1931)

Die Geschichte der Krankenpflege lässt sich dabei bis ins Jahr 2000 v.Christus zurückverfolgen. Belege dafür sind Berichte aus Ägypten, Babylonien oder Assyrien. In den ersten erwähnten Krankenhäusern wurden nur Männer gepflegt, die z.B. Soldaten waren. Das Christentum brachte die Wende. Frauen wurden aufgefordert, in den vielerorts entstehenden Gemeinden die Kranken zu pflegen. Das griechische Wort “diakonia“ (dienen) findet bis heute Verwendung in den vielschichtigen Aufgaben die daraus entstanden sind. Im 6. bis 10. Jahrhundert galten Klöster als Stätte der Krankenpflege, was sich mit der Einführung von Pflegeorden und unabhängigen Krankenhäusern im 11. bis 13. Jahrhundert ändert. Darunter war auch das Katharinenhospital in Esslingen. Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde das Gesundheitswesen vorangetrieben.  

Um 1853 entsteht in Stuttgart eine “Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen” in Württemberg. Dort werden “Diakonissinnen” in der Krankenpflege ausgebildet.

Eine weitere Diakonissenanstalt entsteht 1886 in Schwäbisch Hall.

Die ausgebildeten Schwestern werden in Gemeinden “gesandt” um dort anfallende pflegerische Dienste, aber auch seelsorgerische Begleitung zu übernehmen. Alte Menschen werden zuhause versorgt, junge Mütter werden bei der Säuglingspflege unterstützt und Kranke betreut.

Die Filialgemeinden Rüdern, Sulzgries, Krummenacker (Neckarhalde entsteht erst 1909 ) haben um die Jahrhundertwende ca. 1600 Einwohner.

“Pfarrverweser” Langbein gründet 1903 den Evangelischen Krankenpflegeverein. Kurzfristig besteht auch ein “Krankenkostverein”, aus dessen freiwillig gezahlten Beiträgen die Krankenschwester Bedürftige unterstützen kann.

Mit dem Mutterhaus in Schwäbisch Hall wird ein “Gestellungsvertrag” abgeschlossen d.h. der Krankenpflegeverein bekommt Schwestern, die er ernährt, Wohnraum zur Verfügung stellt einschließlich Möbel, sowie geeignete Hilfsmittel zur Pflege. Im Vertrag steht u.a.: … “dass die Schwester nur soweit in Anspruch genommen werden darf, dass sie zu ihren Rundgängen Zeit hat und ihr über Mittag außer Essenszeit eine Stunde freie Zeit bleibt”. Dieser Paragraph wird nicht allzu ernst genommen.

Der Krankenpflegeverein erhebt von Anfang an einen Mitgliedsbeitrag, bekommt auch Spenden von dankbaren Gemeindegliedern. Ärztliche Verordnungen für die Krankenpflege sind anfangs kostenlos. Das gilt für Mitglieder aber auch für Arme die sich eine Mitgliedschaft nicht leisten können.

Erst 1950 lässt sich in Sulzgries der erste Arzt Dr. Josef Hahn nieder. Ihm steht seit 1947 in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Schwester Mina König zur Verfügung, die ab 1953 über ein Moped verfügt.

In den ersten 50 Jahren (50. Jubiläum 1953 ) des Bestehens der Krankenpflegestation in Sulzgries wurden gepflegt:

1786 Männer

5070 Frauen

4440 Kinder

Das sind insgesamt 11.296 betreute Kranke bei 187.157 Pflegegängen mit 700 Nachtwachen.

Die Schwestern leisteten 603 Stunden Hausarbeit, 59 Stunden Kinderversorgung, 61 Stunden Nähen und Stricken.

An Arme wurden vermittelt: 53 Flaschen Wein, 160 Suppen und RM 200,84.

 

Ab 1969 sind zwei Schwestern im Einsatz. Jetzt gehört zum Fuhrpark ein VW Käfer. Ein Anrufbeantworter wurde 1977 beschafft. Die Mitglieder bekommen den Hinweis zur Bedienung: “Er antwortet nicht, sondern zeichnet Gespräche auf - eine Anrede ist nötig”.

1978  wird das 75-jährige Bestehen mit 1000 Mitgliedern gefeiert. Die Krankenkassen üben zusehends Druck auf den Verein aus. Die Abrechenbarkeit bei Dienstleistungen wird in Gesetze verpackt. Die Kosten-Nutzenrechnung ist die neue Maxime auch bei der Pflege. “Geld gibt es für Betten - nicht fürs Beten”. Ab 1985 wird für die Körperpflege eine Gebühr von DM 5,-- erhoben.

1992 kommt die erste Vorstufe für die Pflegeversicherung. Als erste Sparmaßnahme trifft es die Organisation und die Verwaltung. Es werden Pflegebereiche gebildet. Sulzgries schließt sich mit St. Bernhard, Wäldenbronn-Hohenkreuz zum Pflegebereich Nord zusammen mit dem Sitz in der Kelterstr. 19 mit insgesamt 20 Schwestern.

Der Verwaltungsaufwand kann nicht mehr ehrenamtlich geleistet werden

Am 31.12.1992 wird die “Arbeitsgemeinschaft ambulanter Hilfen  in Esslingen” ins Leben gerufen mit insgesamt 7 Krankenpflegevereinen aus dem Stadtgebiet Esslingens. Dieser Verbund ist einer der Träger der Diakonie- und Sozialstation e.V. in Esslingen.

Am 1. April 1995 tritt die Pflegeversicherung in Kraft. Jeder Patient hat jetzt einen Rechtsanspruch auf Pflege. Die Krankenkassen legen katalogmäßig die Gebühren für die Pflege fest. Die Diakonie- und Sozialstation übernimmt die Pflegekräfte aller Vereine. 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stadtbezirk Esslingens betreuen monatlich 1000 Kranke, davon 700 in ambulanter Pflege.

 

Der Krankenpflegeverein in Sulzgries muss sich neue Aufgaben stellen. 1999-2009 stellt der Verein als hauptamtliche Kraft Frau Ursula Werner ein mit der Aufgabe, einen ehrenamtlichen Besuchsdienst zu organisieren. Aus den Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln sich weitere Angebote, die unter dem Begriff “Pflegeergänzende Angebote” zusammengefasst werden. Halbtagsausflüge mit Menschen, die wenig aus dem Haus kommen, Freizeiten mit Senioren, Stadtrandfreizeiten für Menschen die nicht in fremden Betten übernachten wollen, der “Neckarhaldentreff”, auch Vorträge und Schulungen gehören dazu.

Der Vereinsname Krankenpflegeverein irritiert die Mitglieder, weil die Pflege nicht mehr zu den Vereinsaktivitäten zählt. Bei der Mitgliederversammlung 2010 entscheidet man sich mehrheitlich für den neuen Namen Miteinander - Füreinander e.V., vormals Evang. Krankenpflegeverein Sulzgries.

Ein neue Satzung entsteht. 2012 entwickelt die Leiterin des Besuchsdienstes, Frau Hanne Schmidt, ein Konzept zur Betreuung an Demenz erkrankter Menschen nach den Richtlinien der Alzheimer Gesellschaft. Im Bürgerhaus, Sulzgrieser Strasse 170 ( dort ist auch die Geschäftsstelle des Vereins), werden jeden Dienstag Nachmittag beim sog. “Schönen Nachmittag” von ausgebildeten Pflegekräften und vielen Ehrenamtlichen ca. 10 kranke Menschen betreut. 

2013 hat der Verein über 50 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  

 



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